Zusatztermin bringt Schwung in Wahlbeteiligung

Der sonnige letzte Mai-Samstag ließ die Beteiligung an der Wahl steigen. Foto: Georg Gerecht

Bei Gebietsbeiratswahl zeichnen sich gute Ergebnisse ab

(win/SuSch) Bei den Wahlen zum ersten Gebietsbeirat in der Geschichte des Stadtteils Rotthausen zeichnet sich ein gutes Ergebnis ab. Letzter Wahltag ist am Dienstag, 6. Juni.

Bis Redaktionsschluss der ROTTHAUSER POST, am 4. Juni 2021, wurden nach Angaben Beteiligter bereits rund 200 Stimmen gezählt – mehr zum Beispiel als bei den Beiratswahlen in Schalke, wo bei rund 16.000 Wahlberechtigten im Jahr 2018 lediglich 42 Bürger ihre Stimme abgegeben hatten.
Eine Voraussetzung für eine gute Bürgerbeteiligung ist, dass interessierte Wähler auch genügend Gelegenheit erhalten, zur Urne zu schreiten. Genau daran entzündete sich in Rotthausen Kritik.
Vor allem in den sozialen Netzwerken bemängelten die User den Ort und die Zeitpunkte der Wahlmöglichkeiten, aber auch die ihrer Ansicht nach nicht ausreichende Information durch die Stadt sowie den Aufbau und die Übersichtlichkeit der städtischen Homepage.

Die Wahlberechtigten konnten ausschließlich persönlich im Stadtteilbüro zur Tat schreiten und dies nur an ausgewählten Tagen und Uhrzeiten. Die ROTTHAUSER POST konfrontierte die Stadtverwaltung in einer Anfrage mit den Bürgerbeschwerden. Die Wahl finde ausschließlich in den barrierefrei zugänglichen Räumen des Stadtteilbüros an der Steeler Straße 71 statt, weil dort die gültigen Corona-Schutzvorschriften vollständig eingehalten werden können. Informationen über die Wahl, so die Stadt, seien über Pressemitteilungen, die städtische Homepage, Plakate, Handzettel und den Newsletter des Stadtteilbüros erfolgt. Am 29. Mai sei ein zusätzlicher Samstagstermin eingerichtet worden.

Verwaltung setzt auf Mundpropaganda

Bürger kritisierten Ablauf der Gebietsbeiratswahl

Zur Verbreitung der Information seien Rotthauser Akteure per Mail angeschrieben und gebeten worden, das Anliegen gezielt innerhalb ihrer jeweiligen Wirkungskreise weiterzugeben, so die Stadt Gelsenkirchen in ihrer Stellungnahme.

Was die Öffnungszeiten betrifft, so habe das Stadtteilbüro durchgängig die Möglichkeit angeboten, eine individuelle Lösung zu vereinbaren. Diese sei bis Ende Mai nicht wahrgenommen worden.

Die ebenfalls kritisierte Form der Vorstellung der einzelnen Kandidatinnen und Kandidaten sei über einheitliche Steckbriefe erfolgt, die in den Fenstern des Stadtteilbüros ausgehängt und auf der Homepage präsentiert wurden.

Auf eine mögliche Verlängerung der Bewerbefrist habe man verzichten können, weil sich ausreichend Bewerbungen für alle ausgeschriebenen Themenfelder gefunden hätten.


Kommentar

Licht und Schatten

Die Buschtrommel verkündet erste Zahlen: Rund 200 Stimmen haben die Rotthauser bei der ersten Wahl zum Gebietsbeirat abgegeben, bis zum offiziellen Ende der Wahl sind es bei Redaktionsschluss nur noch wenige Tage. Das ist kein sensationelles, aber im Vergleich mit anderen Stadtteilen höchst erfreuliches Ergebnis. Ablesen lässt sich daran die Begeisterung der aktiven Bürgerinnen und Bürger, ihre Heimat vor der Haustür mitzugestalten. Wie kritisch sie beobachten, was mit ihnen geschieht, beweist die Kritik, die in den sozialen Netzwerken am Ablauf der Beiratswahl geäußert wurde. Auf eine Bitte der Rotthauser Post um Stellungnahme reagierte die Stadt verschnupft mit tagelanger Verzögerung. Und setzte dann doch einen zusätzlichen Wahlsamstag an. Bei sonnigem Wetter unter freiem Himmel war der Zulauf hoch. Das lässt hoffen.
Susanne Schübel