Wenn das Stadion zum Tatort wird

Ob auf dem Bolzplatz oder in internationalen Fußballarenen: Schalke und Krimis sind wesentliche Bestandteile im Leben von Autor Markus Peick. Dem S04 folgte er sogar bis ins russische Krasnodar.

Der Roman von Schalke-Fan und „Allesfahrer“ Markus Peick lässt die Herzen von königsblauen Krimi-Fans höher schlagen

(JP) Nervenaufreibend sind Spiele des FC Schalke 04 allemal. Markus Peick (47) war die Spannung rund um seine Königsblauen noch nicht genug. Er verfasste einen Fußballkrimi aus Gelsenkirchen mit dem Titel „Blutige Karten“. Die Handlung ist natütlich mit Anekdoten aus seinen eigenen Erlebnissen als „Allesfahrer“ gespickt.

Das Umfeld rund um die Arena Auf Schalke fungiert als Schauplatz der Geschichte. Ein bekannter Schalke-Anhänger und Fanclub-Funktionär wird mit eingeschlagenem Schädel aufgefunden. Für die Polizei ist klar, es muss der Syrer Wael Hemidi gewesen sein. Doch Sozialarbeiter Stefan Debretzky kommen Zweifel. Er beginnt eigene Ermittlungen anzustellen, die ihn bis zu den Ultras in die Nordkurve der Arena führen. Auch der Polizeischülerin Mona Horstkötter kommen Bedenken.

Beide stoßen auf dunkle Machenschaften mancher Fan-Vertreter. „Der Reiz besteht darin, dass die beiden Hauptfiguren nicht wissen, was die andere Person erlebt – der Leser jedoch schon. Das macht den Kitzel dieses Krimis aus“, beschreibt der 47-Jährige, der in Castrop-Rauxel geboren wurde.
Ein halbes Jahr schrieb Peick an dem 152-seitigen Krimi. Insgesamt dauerte es mehr als eineinhalb Jahre, bis er sein fertiges Werk in den Händen halten konnte.

„Ein Bekannter arbeitet als Lektor bei dem Verlag, bei dem das Buch erschienen ist. Ich habe aber lange überlegt, eine solche Geschichte zu schreiben. Es ist nicht einfach, Krimis zu verfassen und ich wollte keine halbgare Geschichte abliefern“, so der ausgebildete Redakteur, der die aktive Fanszene der Schalker sehr gut kennt. Peick engagiert sich in der Redaktion des Fan-Magazins „Schalke Unser“.

Auswärtsspiele von Dortmund bis Russland

Das 152-seitige Krimi ist für 10,90 Euro in Gelsenkirchener Buchhandlungen erhältlich.

Als ein sogenannter „Allesfahrer“ schaut er sich alle Partien des S04 im Stadion an. Die Dauerkarte kaufte er noch zu Zeiten des alten Parkstadions in den 1990er Jahren. Sein Stehplatz befindet sich in der Nordkurve. Auch auswärts ist der gelernte Journalist immer dabei. Mit Schalke fährt er aber nicht nur nach Dortmund, Berlin oder München, sondern überquert auch die Bundesgrenzen.

„Ich habe in der Europ League 2013 das Geisterspiel in Saloniki erlebt und bin 2016 bis ins russische Krasnodar gereist.“ Wie viele Spiele er mittlerweile gesehen hat, kann er nicht mehr abschätzen. „Sicher ist, dass ich schon mehrmals den perfekten ‚34er‘ geschafft habe – also alle Schalker Bundesligaspiele einer Saison im Stadion zu sehen“, berichtet Peick.

Die Erlebnisse seiner Touren hat Peick in seine Story einfließen lassen. „Es finden sich einige Andeutungen, aber „alle Szenen sowie alle handelnden Personen sind frei erfunden “, betont der Autor, der mit seinem Verein durch dick und dünn geht.

Auch in schwierigen Zeiten hält er seinem Klub die Treue. Bald feiert Peick die 25-jährige Vereinsmitgliedschaft. Mit seinem eigenen Krimi bleibt die Spannung jedoch auch in ruhigen Phasen hoch.