„This is Gelsen“

Zwei Models präsentieren Sweatshirts und Windbreaker in schwarz und orange mit dezentem Logo. Die Kleidungskolletion beinhaltet aber noch weitere Produkte mit mehreren Motiven. Fotos: This Is Gelsen

Junge Start-Up-Gründer zeigen ihre Heimatstadt aus einer anderen Perspektive

(JP) Die tausend Feuer in Gelsenkirchen sind mittlerweile erloschen. In Anlehnung daran wählten Carlo Feick (31), Jonas Kaltenkirchen (30) und Paul Linke (32) die Farben Schwarz und Orange für die erste Kollektion ihres Kunstkolletivs „This Is Gelsen“ aus. Mit verschiedenen Fotomotiven zeigt das Trio, welches Potenzial in Gelsenkirchen steckt.

Der große weiße Wohnklotz in der Innenstadt, das Maritim-Hotel, Zeche Consol oder die Himmelsleiter – als markante und rustikale Punkte zieren sie das Stadtbild von Gelsenkirchen. Meist verbunden mit negativen Klischees, die typisch für die Stadt in der Emschermulde sein sollen: dreckig, heruntergekommen und arm.

Drei Gründer stemmen sich gegen Negativ-Klischees

Immer wieder wird Gelsenkirchen so dargestellt. Carlo Feick, Jonas Kaltenkirchen und Paul Linke haben genug davon. „Hier gibt es viele Menschen und Orte mit großem Potenzial und wir verspüren einen inneren Antrieb dies hervorzuheben“, beschreiben sie ihre Motivation hinter ihrer neu gegründeten Marke mit Sitz in der Feldmark.

Einige Fotomotive, die Gelsenkirchen aus einer urbanen Umgebung zeigen, bildeten den Anfang des Start-Up-Unternehmens. „Nachdem die Resonanz auf unsere Bilder nach Veröffentlichung im Internet so groß war, haben wir beschlossen einen Online-Shop zu eröffnen, um den interessierten Menschen etwas zurückzugeben“, beschreibt Paul Linke, der gleichzeitig als Geschäftsführer einer Veranstaltungs- und Promotion-Agentur arbeitet.

Und die Kreativität zahlt sich aus. Bislang erschienen 14 gerahmte Motive, zwei Poster und 13 Postkartenmotive. Die Fotografien gibt es digital, gerahmt, gummiert und fein gebürstet. „Die erste Kollektion haben wir quasi komplett aus dem Wohnzimmer und Hinterhof mit Freunden produziert, die Model spielen durfen“, erinnern sich die jungen Unternehmer. Dabei soll es aber nicht bleiben. „Aktuell designen wir neue Artikel und Kolletionen, sichten Muster und Stoffe. Die ersten Motive sind auch schon fotografiert“, erläutert Linke.

Zusammenarbeit mit lokalen Künstlern steht bevor

Das Projekt wächst stetig weiter. Auch Kooperationen mit anderen kreativen Köpfen der Stadt rücken immer näher. Schließlich möchten die drei Gelsenkirchener ihrer Heimat etwas zurückgeben. „‚This Is Gelsen‘ steckt noch in den Kinderschuhen. Aber vielleicht können wir sogar in Zukunft dazu beitragen, Arbeitsplätze zu schaffen und Missständen entgegen zu wirken.“ Es ist zu spüren, dass bei Feick, Kaltenkirchen und Linke die Kohlen noch immer lodern.

Der Funke scheint auch auf eine kleine Fangemeinde übergesprungen zu sein. „Vor Weihnachten haben wir die Bilder persönlich ausgeliefert. Dabei stellten wir fest, dass die Fotos nicht verschenkt wurden, sondern direkt einen Platz an der Wand gefunden haben. Diese Resonanz hat uns den Antrieb für mehr gegeben“, schildert Linke. Mehr ist auch das, was Gelsenkirchen zu bieten hat – mehr als schmutziger Beton, kaputte Straßen und Industrieruinen.

This Is Gelsen
Internet: www.thisisgelsen.de