So reagiert der Einzelhandel auf Corona

Wenn das Smartphone nicht mehr funktioniert, hilft Cumali Agca auch im Lockdown weiter. Er tauscht gesplitterte Bildschirme aus, baut neue Akkus ein oder säubert die Kopfhörerbuchse. Foto: Julian Preuß

Maxi-Medien-Shop bietet Online-Shop und Telefonberatung – Modeboutique verkauft erst nach Lockdown wieder

(J.H.) Die Geschäfte bleiben noch bis mindestens Mitte Februar geschlossen. Das trifft auch kleine Einzelhändler an der Karl-Meyer-Straße in Rotthausen wie Cumali Agca, mit seinem Maxi-Medien-Shop, und Iris Kuschkewitz, mit ihrer Modeboutique „Buy Iris“. Wie planen sie in solchen Zeiten?

Cumali Agca hat für seinen Maxi Medien Shop eigens einen Onlineshop auf der Plattform Ebay eingerichtet, der über seine Internetseite www.maxi-medien-shop.com zu erreichen ist. „Allerdings sind da nicht alle Produkte zu finden“, sagt der Einzelhändler und fügt hinzu: „Deshalb ist es besser, wenn die Kunden anrufen. Da kann ich besser beraten und weiß, was die Kunden brauchen.“ Die Ware kann nach Bestellung dann auch am Ladenlokal an der Karl-Meyer-Straße 20 abgeholt werden.

Cumali Agca repariert nach Terminvereinbarung

Reparaturen von Handys, Tablets, Notebooks und PCs führt Cumali Agca nach Terminvereinbarung weiter durch. Dies alles sei aber kein Ersatz für den normalen Betrieb. Im letzten Jahr habe er Soforthilfe erhalten. Ob er weitere Unterstützungen erhält, stehe noch nicht ganz fest: „Die Unterlagen liegen noch beim Steuerberater. Die Anträge zu machen und bis man die Rückmeldung bekommt, dauert ja immer eine ganze Weile.“

In der Modeboutique „Buy Iris“ ist es dunkel. Das Licht geht erst nach dem Lockdown wieder an. Foto: Jennifer Humpfle

„Einen Verlust habe ich auf jeden Fall“, erklärt Iris Kuschkewitz, die ihre kleine Modeboutique an der Karl-Meyer-Straße 15 im Mai sechs Jahre leitet. Die Kosten laufen weiter. Am 15. Dezember hatte sie das letzte Mal geöffnet, aktuell sei sie in Gesprächen mit ihrem Steuerberater über Förderungsmöglichkeiten. „Zum Glück musste ich meine Reserven noch nicht anzapfen, da mein Mann mich unterstützt.“

Das Modegeschäft der 58-Jährigen Rotthauserin laufe ansonsten gut. Sie habe viele Stammkunden. Einen Onlineversand biete sie nicht an: „Mir ist der Umgang mit den Kunden sehr wichtig“, betont sie. „Viele Kunden sind schon Freunde geworden. Das möchte ich nicht missen, deshalb ziehe ich weiter durch.“

Iris Kuschkewitz muss Reserven noch nicht anbrechen

Sobald wie wieder öffnen darf, wird sie das wenige an Winterkleidung, das sie gekauft hat, für den halben Preis verkaufen, um überhaupt ein paar Kosten reinzuholen. An den Einkauf der Frühjahrskollektion ist grade ebenfalls nicht zu denken: „Es gibt noch gar keine Infos, man weiß ja auch nicht, wann man wieder öffnen darf.“

Trotz allem wirft die Rotthauserin die Flinte nicht ins Korn: „Ich bin positiv, dass wir einen tollen Sommer bekommen und die Leute so richtig Durst haben, sich neu einzukleiden“, sagt sie. „Ich hoffe einfach, dass alles gut wird.“