Seniorenclub hält Geist und Körper fit

Mit Humor, Bewegung und Information bietet Renate Wieczorek betagten Menschen ein vielfältiges Programm

Stets ein Lächeln auf den Lippen: Mit viel Freude bereitet Renate ­Wieczorek die Treffen des Seniorenclubs Rotthausen vor. Sie behandelt dabei auch ungewöhnliche oder lustige Themen. Foto: privat

(JP) Nach ihrem Umzug nach Rotthausen wollte sich die pensionierte Pfarrerin Renate Wieczorek (73) in ihrer neuen Heimat ehrenamtlich engagieren. Seit acht Jahren leitet sie den Seniorenclub Rotthausen der Evangelischen Emmaus-Kirchengemeinde. Ihr Ziel: Körper, Hirn und Gemeinschaft fördern. Doch seit Corona steht das Angebot still.

Als kirchliche Gruppe trifft sich der Rotthauser Seniorenclub normalerweise einmal wöchentlich in den Räumen des evangelischen Gemeindezentrums an der Schonnebecker Straße. Daran ist derzeit jedoch nicht zu denken. „Wir haben uns seit März nicht mehr gesehen“, berichtet Wieczorek.

Bislang bereitete sie für jedes Treffen verschiedene Themen kreativ auf – so auch für den Welttoilettentag, der am 19. November 2001 zum ersten Mal begangen wurde. „Das war eine lustige Zusammenkunft. Wir haben darüber gesprochen, welche Bereiche mit der Toilette zusammenhängen – so wie die Wasserversorgung“, erinnert sich die Gruppenleiterin.

Wieczorek möchte mit ihren themenbezogenen Veranstalungen immer ein bisschen Wissen vermitteln. „Schließlich bedeutet das Alter nicht, dass man im Stillstand verharren muss“, erklärt die gebürtige Feldmarkerin.

„Ich bin eher zufällig in Rotthausen gelandet“

Daher ist der Seniorenclub Rotthausen auch dem Evangelischen Erwachsenenbildungswerk Westfalen und Lippe zugeordnet. Es wird gesungen, gelacht und die gemeinsame Zeit genossen. Jedes Treffen beginnt zudem mit einer Andacht. Eine leichte Übung für die ehemalige Krankenhauspfarrerin, die zu Beginn ihres Ruhestandes von Wetzlar wieder nach Gelsenkirchen gekommen ist.

„Ich bin eher zufällig in Rotthausen gelandet. Dann ging ich zu Pfarrerin Kirsten Sowa und habe gefragt, ob ich helfen kann“, berichtet Wieczorek, die in der Gruppenbetreuung eine neue, erfüllende Aufgabe gefunden hat. Und dieses Amt möchte sie weiterführen, solange sie kann. Denn mit ihren 73 Jahren gehört sie zu den Jüngsten im Seniorenclub Rotthausen. Der Großteil der Mitglieder ist bereits älter als 80 Jahre.

Der hohe Altersschnitt macht sich auch bei der Gruppengröße bemerkbar. „Zu Hochzeiten waren wir bis zu 100 Personen. Jetzt sind wir nur noch 35“, so Wieczorek. Auch deshalb war es für sie die logische Konsequenz, die Gruppentreffen während der Pandemielage auszusetzen. Wieczorek sammelt daher bereits Themenideen für die Zeit danach. Dann möchte sie ebenfalls wieder einen Ausflug organisieren. Schließlich bleibt durch Spaziergänge neben dem Geist auch der Körper fit.