Senioren lehren Senioren Technik

Ausgebildete Technikbotschafter helfen ehrenamtlich beim Umgang mit Smartphone, Computer und TV

Dietmar Musikalek erklärt anderen Senioren, wie sie das Tablet als alltägliches Werkzeug nutzen können. Auch mit dabei: Hündin Skyla. Foto: Dietmar Musialek

(JP) Die Technik ist das Element von Dietmar Musialek (67). In der digitalen Welt fühlt sich der ehemalige Leiter des EDV-Services der Stadt Gelsenkirchen wohl. Deshalb gibt er sein Wissen als Technikbotschafter kostenlos an interessierte Senioren weiter.

Dietmar Musialek zählte 2014 zu den ersten Technikbotschaftern, die aus einer rund 20-stündigen Schulung hervorgegangen waren. Die Technikbotschafter gehören zum Generationennetz, einer Organisation der Stadt Gelsenkirchen, die mit verschiedenen Einrichtungen und deren Seniorenarbeit kooperiert.

Von Senioren für Senioren: Das ist das Motto, dem sich Musialek und rund 30 andere Ehrenamtler verschrieben haben. „Für mich liegt der Reiz darin, anderen Menschen Wissen zu vermitteln, verrät das Mitglied des Rotthauser Tennisclubs. Während es für die einen selbstverständlich ist, Smartphone oder Fernseher zu bedienen, stellt die digitale Technik für die anderen eine völlig fremde Welt dar. Deshalb halten die Technikbotschafter an fünf verschiedenen Standorten in Gelsenkirchen Sprechstunden ab – beispielsweise in der Volkshochschule Gelsenkirchen (Schwerpunkt Lehren und Lernen), in Schalke (Spiele und Spaß), Bulmke/Hüllen (Sicherheit und Privatsphäre), Buer (Lehren und Lernen) und Schaffrath (Gesundheit und Fitness).

Auch Rotthausen ist als Standort im Blick

Die Sprechstunden finden im Rahmen von Kursangeboten, den sogenannten Techniktreffs, statt. „Wir erklären nicht nur, wie man beispielsweise mit dem Smartphone Fotos macht und sie bearbeitet. Wir helfen auch, mit Google umzugehen“, erklärt Musialek, der in Erle lebt. Um sich in sozialen Netzwerken zurecht zu finden, thematisieren die ausgebildeten Ehrenamtler ebenfalls Youtube, Facebook und Co.

In Gelsenkirchen gibt es eine Vielzahl an Angeboten, die Senioren die neue Technik erklären. Musialek kennt jedoch den großen Vorteil der Botschafter: „Unsere Leistungen sind kostenlos. Außerdem machen wir auch Hausbesuche, wenn mal ein Fernseher eingerichtet werden soll.“

Auch die gesellige Atmosphäre trägt dazu bei, dass die Techniktreffs immer bliebter werden. „Die Gruppen sind noch nicht so groß. Wir können uns um jeden Einzelnen kümmern. Es gibt auch Menschen, die uns regelmäßig besuchen. Sie nutzen die Zeit, um sich mit anderen Leuten zu unterhalten“, führt der 67-Jährige aus.

Noch gibt es in Rotthausen keinen Standort für einen Techniktreff. Das soll sich aber ändern. „Spätestens im nächsten Jahr möchten wir wieder Technikbotschafter ausbilden“, schaut Musialek voraus. Mitmachen kann jeder, der entsprechendes Wissen mitbringt.

Weitere Infos zu Zeiten, Standorten und Angeboten der Technikbotschafter gibt es unter: www.technikbotschafter-ge.de