Schwarze Mühle galt als ältestes Gebäude Rotthausens

Schwarzbach trennte Rheinland und Westfalen

An der heutigen Schwarzmühlenstraße lag jahrhundertelang „dat swarte molen“. Foto: Stadtteilarchiv

(win) Auch an der Nordgrenze Rotthausens spielt das Rheinland eine historische Rolle. Denn der Schwarzmühlenbach, auch Schwarzbach genannt, bildete bis 1923 die Grenze zu Westfalen. Neben dem seinerzeit rheinischen Rotthausen lag das westfälische Schalke. Und so ist auch die Schwarzmühlenstraße nicht nur in Rotthausen zu finden. Dort beginnt sie an der Kreuzung Degenhardt und endet erst an der Zeppelinallee. Auf Rotthauser Gebiet liegt sie bis zur Bahnlinie.

Ihren Namen verdankt die Straße dem Gut „Schwarze Mühle“, einem Rittersitz auf Schalker Gebiet. Das Mühlengebäude („dat swarte molen“) stand auf Rotthauser Boden. Kennen werden es nur noch wenige. Es wurde in den 1960er Jahren abgerissen und galt bis dahin als ältestes Gebäude auf Rotthauser Gebiet, findet bereits in einer Essener Urkunde aus dem Jahr 1325 Erwähnung.

Als der Schwarzbach noch Grenze war, verlief er übrigens um einiges weiter nördlich als heute. Im Jahr 1911 wurde er kanalisiert und damit begradigt. Bis zu diesem Zeitpunkt floss er als „Schwarze Mühlenbecke“ direkt an der alten Holzmühle vorbei. Der Höhenunterschied auf der heutigen Schwarzbachstraße verschaffte dem früheren Fußweg auch noch einen weiteren Namen. Da er hinunter ins Emschertal führte, nannte ihn der Volksmund „Schalker Berg“. Ein Begriff, den heute nur noch ältere Rotthauser kennen dürften.