Schulen auf den Start vorbereitet

Eng beeinander, kein Sicherheitsabstand und kein Mundschutz: Eine solche Gruppenarbeit wird demnächt um Unterricht kaum möglich sein. Foto: Archiv

Zwei Schulleiter erklären die Corona-Regeln und äußern Bedenken

(JP) Was kommt zum Schuljahrsbeginn auf alle Beteiligten zu? Wie unterscheiden sich die Corona-Regelungen an der Hauptschule von denen an den Grundschulen?
Anfang August präsentierte das nordrhein-westfälische Schulministerium das Konzept, mit dem das Schuljahr 2020/21 unter Corona-Bedingungen starten soll. Das Ziel: Präsenzunterricht für alle. Zum Schutz vor einer Infektion ist die Maske Pflicht – an weiterführenden Schulen auch im Unterricht. Die Maßnahmen gelten vorerst bis zum 31. August.

Probleme mit der Umsetzung befürchtet

Corona-Regeln bestimmen den Beginn des neuen Schuljahres

Maskenpflicht, feste Sitzpläne und Abstand: Die Corona-Regeln machen den Schulstart an der Hauptschule Am Dahlbusch zu einer Herausforderung. Schulleiter Marco Sawatzki sieht Probleme, die Maßnahmen umzusetzen.

Einen Mundschutz auf dem Schulgelände zu tragen, ist für die Jugendlichen der Hauptschule Am Dahlbusch nichts Neues. Vor den Sommerferien war es ihnen freigestellt, eine Maske im Unterricht aufzusetzen. Dies ist nun verpflichtend – auch für Lehrer. Auf dem Schulhof, im Gebäude, in den Klassenräumen.

Schließlich sollen ab Dienstag, 12. August, wieder alle Schülerinnen und Schüler gleichzeitig den Unterricht besuchen. Auch ein kurs- und jahrgangsübergreifender Unterricht soll stattfinden. „Für mich ist es fragwürdig, wie das funktionieren soll. Es wird zwar festgelegte Sitzpläne geben, trotzdem müssten Stühle und Tische nach jeder Stunde und jedem Raumwechsel desinfiziert werden. Das ist nicht möglich“, beschreibt Hauptschul-Leiter Marco Sawatzki nur eines der Probleme.

Das Einhalten des Mindestabstandes auf dem Schulhof hält er für fast ausgeschlossen. „Rein rechnerisch würde das sicher gehen. Aber Menschen bewegen sich nunmal. Deshalb ist das für mich nur schwer vorstellbar“, meint Sawatzki. Ähliches gilt beispielsweise für den Sportunterricht. Dieser darf nur draußen stattfinden.

Bei bewussten Verstößen gegen die Regeln oder Provokationen wird die Hauptschule aber konsequent handeln. „Dann schicken wir die entsprechende Person nachhause“, so Sawatzki.


Für Grundschulen gelten besondere Regeln

Während an weiterführenden Schulen eine generelle Maskenpflicht gilt, sind Grundschulen davon zumindest teilweise ausgenommen. „Sofern Abstände eingehalten werden können und ein fester Sitzplan vorliegt, müssen die Kinder keine Maske im Unterricht tragen – auf dem Schulhof und auf den Gängen hingegen schon“, erklärt Godehard Möcklinghoff, Schulleiter der Mechtenberggrundschule.