Projekt Metropolengarten ist nichts für Arbeitsscheue

Der dreiköpfige Vorstand des Metropolengartens mit Stefan Belz, Hans-Georg Wilting (vorne v.l.) und Wolfgang Eichler (hinten r.) sowie der „künstlerische Berater“ Helmut Warnke

Von Frank Winter

Nein, einem Schrebergarten ähnelt sie wahrlich nicht, die Grünfläche hinter der Dahlbusch-Villa. Es ist vielmehr ein Mix aus Wildwuchs, Biotopen und bewirtschafteten Parzellen. Hier kann Salat, Gemüse und Obst angebaut werden. Das wird es mittlerweile auf rund 250 der aktuell 1380 gepachteten Quadratmeter.

Vor fünf Jahren wurde der Verein „Metropolengarten auf Dahlbusch“ gegründet. Einiges hat sich getan auf dem verwilderten Gelände, vieles soll sich noch tun. Dabei geht es den Initiatoren nicht um Geschwindigkeit, sondern um Nachhaltigkeit, wie Stefan Belz betonte, der gemeinsam mit Wolfgang Eichler und Hans-Georg Wilting den dreiköpfigen Vorstand bildet.Die Ursprungsidee war es, den Trend des urbanen Gärtnerns auch nach Rotthausen zu holen, mitten in die „Metropole Ruhr“ (Belz). Nicht die Menge der Menschen, die mitmachen, sei entscheidend, sondern deren Qualität. „Es müssen die Richtigen sein. Das ist nichts für arbeitsscheue Gärtner.“ Schließlich gehe es um Nachhaltigkeit. So erfolgt die Bewässerung allein über Regenwasser, es werde kein elektrischer Strom verwendet. „Das ist alles zu 100 Prozent ökologisch und vollkommen CO2-frei.“

„Es gibt so viele aktive Gruppen in Rotthausen“

Lediglich bei Veranstaltungen wie dem jährlichen „Querbeet“ wird Strom genutzt. Doch haben die Gärtner durchaus auch Visionen. Stefan Belz: „Langfristig wäre es schön, Solartechnik zu nutzen.“ Die Auswahl der Interessenten klärt sich fast von selbst. Belz: „Wer eine Parzelle haben möchte, muss sie auch pflegen, nicht alle haben dafür die nötige Zeit.“

Neben der Garten- wird mittlerweile auch andere Kultur gepflegt wie bildende Kunst, Musik und Literatur. Das ist vornehmlich Helmut Warnke zu verdanken, dem Gelsenkirchener Künstler und Kurator. Dank seiner Kontakte konnte beispielsweise das Festival komplett in Eigenregie gestemmt werden. Sponsoren taten das ihre dazu.
Nach dem letzten „Querbeet“ haben sich auch weitere Interessenten für die jeweils etwa 16 qm großen Parzellen gefunden. Und auch Ideen haben die Metropolengärtner noch genug. Zu den kurzfristigen Zielen gehört es, größere Flächen zu nutzen. Eine Holzfällaktion im Herbst wird dies ermöglichen. Außerdem sollen weitere kleinere Events wie ein Bauernmarkt mit Öko-Produkten aus der Region stattfinden.

Zudem möchten die Metropolengärtner gerne auch den Rest des insgesamt 4500 qm großen Geländes bewirtschaften und befinden sich dazu in Verhandlungen mit dem Land NRW als Besitzer. Die Wildheit soll erhalten bleiben. Hans-Georg-Wilting: „Hier darf sich die Natur ausbreiten.“
Erfreut stellen die Gärtner fest, dass die anfänglichen Vorbehalte gegenüber dem Projekt „Metropolengarten“ im Gelsenkirchener Süden schwinden. Sie freuen sich daher auf weitere Zusammenarbeit mit anderen engagierten Menschen, Vereinen und Verbänden, um gemeinsam etwas für Rotthausen zu tun.

Die Idee eines Aktionstages aller Rotthauser Vereine, zuletzt von der fürs Quartier zuständigen Stadtplanerin Sarah Loch angeregt, wird unterstützt. Belz: „Rotthausen kann schnell zu einem kulturellen Stadtteil werden. Es gibt hier so viele aktive Gruppen.“