Name ging aufs Dorf über: „dat gut op dem Thie in Rothusen“

Von der Hartmannstraße bis zum Dickmannsweg

Auch der Hartmannshof lag „op der rige“, wenn auch nach ihm keine Straße benannt wurde Foto: Stadtteilarchiv

(win) Einer der alten Höfe „op der Rige“ war der alte Oberhof Rotthausen, der urkundlich erstmals um das Jahr 900 zu finden ist. Er lag im Zentrum der ursprünglichen Bauernschaft ideal im Kreuzungsbereich der Wege von Gelsenkirchen nach Essen sowie von Steele nach Schalke.

Nachdem der Name des Hofs längst auf das Dorf übergegangen war, hieß der Hof später„dat gud op dem Thie in Rothusen“ (1353). Der „Thie“ war der Treffpunkt der freien Hofbesitzer: Aus diesem Begriff entstand der Name Tiemann, den der älteste Rotthauser Hof vom 16. Jahrhundert an bis zu seinem Abriss Anfang der 1950er Jahre trug.

Vor knapp 200 Jahren bestanden neben Tiemann noch eine ganze Reihe anderer Höfe Auf der Reihe. So hat die Hartmannstraße im nordöstlichen Zipfel Rotthausens ihren Urpsung in einem alten Hof, dem in östlicher Richtung letzten „op der rige“. Auch ist beispielsweise die Bonnekampstraße östlich des Friedhofs ebenso nach einem Hof benannt wie die Kraspothshöhe, die vor der Eingemeindung Bergstraße hieß. Ebenso wie diese geht die Schemannstraße von der Straße Auf der Reihe ab. Sie erinnert an Scheven, einen weiteren Ursprung unseres Ortes. Höfe sind auch der Urprung der Wembkenstraße an der Grenze zur Neustadt und der von ihr abgehenden Ostermannstraße. Ebenso gab es einen Dickmannshof auf Krayer Gebiet, an den der Dickmannsweg im Südwesten erinnert.

Der letzte größere Hof wurde im Jahr 1977 abgerissen. Es war der Hof Große Westen, der in seinen letzten Jahren auch nach seinen Besitzern unter dem Namen Johannisbauer bekannt war.