Löschteich verhindert KITA-Erweiterung

Die Kita an der Lothringer Straße betreut derzeit 65 Kinder auf 495 Quadratmetern. Sie wurde 2010 saniert. Foto: Julian Preuß

Lothringer Straße: Neuer Standort für Ausbau gesucht
Stadt: Fortbestand der Einrichtung ist gesichert

(JP) Ein ehemaliger, zuvor unentdeckter Feuerlöschteich macht einen Anbau an die Kita Lothringer Straße unmöglich. Der Fortbestand der Kita sei aber gesichert.
Schon 2016 stimmte die Bezirksvertretung Süd für einen Erweiterungsbau. Denn die Problemschilderung des Maßnahmenbeschlusses sorgte für Angst vor einer Schließung. Sichtbares passierte seitdem wenig. Da sich neben der Kita ein unzureichend verfüllter Löschteich befindet, kippte die Stadt in Absprache mit Gekita den Bau wegen zu hoher Kosten.

Boden ist nicht belastet, aber zu weich

(JP) Bereits 2018 sollte der geplante und von der Bezirksvertretung Süd beschlossene Erweiterungsbau fertig gestellt sein. Daraus wird nichts. Stadt und Gekita stoppten das Vorhaben mit der Begründung, die Beseitigung eines unzureichend verfüllten Feuerlöschteichs würde zu hohe Baukosten verursachen.

Petra Müller, Leiterin der 1974 erbauten Kita an der Lothringer Straße, verkündete die Nachricht während der Mitgliederversammlung des Bürgervereins im Oktober (die Rotthauser Post berichtete) – damit sorgte sie für Aufsehen. Schließlich geht aus der Beschlussvorlage der Bezirksvertetung Süd von Oktober 2016 hervor: „Das vorhandene Raumprogramm [der Kita] reicht für die bestehende Gruppenstruktur nicht aus und ist in dieser Form auf Dauer nicht betriebserlaubnisfähig.“

Auf Nachfrage erklärte Stadtsprecher Martin Schulmann jedoch schriftlich, dass eine Schließung der Kita und damit ein Verlust von 65 Betreuungsplätzen nicht anstehe. „Die Gruppenstrukturen und die räumlichen Gegebenheiten werden betriebserlaubnisrelevant mit dem Land abgestimmt und angepasst“, heißt es in der Mitteilung.

Existenz des Löschteichs war lange unbekannt

Den aktuellen Baustopp begründet die Stadt mit überraschenden Erkenntnissen: „Das Bestandsgebäude der Kita wurde unmittelbar neben einem ehemaligen Feuerlöschteich errichtet. Eine Erkenntnis über dessen Existenz und nicht ausreichende Tragfähigkeit bestand zum Zeitpunkt der Beschlussfassung nicht.“

Auch auf den historischen Karten und Luftbildern der Bergbausammlung Rotthausen findet sich kein Hinweis auf diesen Löschteich, der nach Kriegsende unzureichend verfüllt worden sei. Dadurch sei der Boden schlicht zu weich für einen Erweiterungsbau. Eine Gefahr für die Kinder durch belasteten Boden bestehe jedoch nicht, so die Stadt.

Um die Stabilität des geplanten Anbaus zu gewährleisten, komme nur ein kostenintenisves Pfahlgründungsverfahren infrage. Dabei werden Pfähle aus Stahl oder Beton soweit in den Untergrund getrieben, bis eine tragfähige Bodenschicht erreicht ist. Dieses Verfahren würde die angesetzten Kosten von 2,1 auf 3,1 Millionen Euro erhöhen, so Stadtsprecher Schulmann. Diese Kostenexplosion habe schließlich zum Stopp des Vorhabens geführt.

Suche nach neuem Standort

Endgültig zu den Akten gelegt sei die Erweiterung der Kita Lothringer Straße nicht. Es werde nach einem alternativen Standort für die Einrichtung gesucht, teilte das Presseamt mit.