Illegale Müllentsorger: den Tätern auf der Spur

Mülldetektiv Andreas Schwanitz (links) dokomentiert mit einem Handyfoto einen alten Kühlschrank. Sein Kollege Arno Engelhardt (rechts) sucht nach Hinweisen auf die Verursacher

(JP) Kisten, Kartons und Sperrmüll finden sich an Depotcontainern. Die Mülldeketive der Gelsendienste suchen nach Hinweisen, wer den Abfall illegal entsorgt hat.
Andreas Schwanitz und Arno Engelhardt fahren auf ihrer Tour durch Rotthausen Stellen ab, die besonders von unerlaubten Müllentsorgungen betroffen sind. Dabei finden sie allerhand Dinge: Kühlschränke mit sonderbaren Füllungen, Sofas oder auch alte Fernsehbildschirme. Die Rotthauser Post hat die Mülldetektive begleitet.

Mit Mülldetektiven auf Ermittlungstour

In Zweiertrupps gehen die Mitarbeiter der Gelsendienste Umweltsündern im Quartier nach

Altkleider, Kartons, Plastikisten oder gar Autoreifen werden oft unerlaubt entsorgt. Andreas Schwanitz (51) und Arno Engelhardt (51), Mülldetektive der Gelsendienste, möchten die Verantwortlichen ermitteln, um Ordnungswidrigkeitsverfahren einleiten zu können. Die Rotthauser Post hat sie auf ihrer Streife durch den Stadtteil begleitet.

Wie lange ihre Fahrt durch das Quartier dauert, wissen Andreas Schwanitz und Arno Engelhardt morgen nicht. „Das kommt drauf an, was wir finden“, so Schwanitz. Er ist ein Mülldetektiv der ersten Stunde. Zum Start des Projektes 2016 kümmerten sich zunächst zwei Mitarbeiter um das gesamte Stadtgebiet. Nun kontrollieren zwei Zweierteams den Stadtsüden und -norden.

Von Weitem erkennen die Mülldetekive alte Lautsprecherboxen, Pappkartons und Plastikkisten, die neben den Depotcontainern am Junkerweg stehen. Der Standort gehört zu den acht Stationen der Liste, die Schwanitz und Engelhardt im Stadtteil abfahren werden. „Oftmals finden wir illegale Ablagerungen an Depotcontainern, wo Altpapier, Altglas und Altkleider entsorgt werden können. Manchmal sind die Leute schlichtweg zu bequem, Kartonagen klein zu machen und stellen sie einfach neben die Behälter. Andererseits werden hier auch Abfälle jeglicher Art abgeladen“, erklärt Schwanitz.

„Den richtigen Leuten auf die Finger klopfen“

„Der Reiz an dieser Aufgabe besteht darin, den richtigen Leuten auf die Finger zu klopfen und die Stadt etwas sauberer zu machen“, so der 51-Jährige.

Arno Engelhardt hat derweil Hinweise darauf gefunden, wer den Müll unerlaubt entsorgt haben könnte. Gelsendienste-Sprecher Tobias Heyne: „Die Person wird von uns angeschrieben. Danach hat sie zwei Wochen Zeit, sich zu erklären. Im Anschluss wird entschieden, ob das Ordnungswidrigkeitenverfahren eingestellt, oder an die Bußgeldstelle der Stadt Gelsenkirchen weitergeleitet wird. Schlussendlich kann ein solches Verfahren auch vor Gericht landen.“ Daher dokumentieren die beiden Mülldetektive den Fund mit Fotos, die bei Bedarf als Beweismittel dienen können. Schließlich geht es auch um viel Geld. 2018 nahm die Stadt 37.640 Euro durch Müllsünder ein. Trotz 350 rechtskräftigen Verfahren seit 2016 ist Schwanitz und Engelhardt bewusst, dass sie oft nur noch die Kollegen informieren können, die die Sofas, Schränke oder Fernseher mit dem Sperrmüllfahrzeug abholen.

Daher hat Gelsendienste zusätzlich einen externen Wachdienst beauftragt, der verschiedene Standorte stichprobenartig observiert, um Müllsünder auch auf frischer Tat zu ertappen.
„Neben der Ahndung illegaler Ablagerungen möchten wir dafür sensibilisieren, dass viele Abfälle wie Sperrmüll, Elektrogeräte oder Grünschnitt, aber auch Problemstoffe wie Farben, Lacke oder Altöl von Privatpersonen an unseren Wertstoffhöfen in haushaltsüblichen Mengen kostenlos entsorgt werden können“, so Tobias Heyne.

Müll kann werktags von 8 bis 18 Uhr und samstags von 8.30 bis 15 Uhr am Betriebshof, Wickingstraße 25b, 45886 Gelsenkirchen entsorgt werden.