Ihr seid nicht allein!

Mundschutz als Geschenk: Auch Pflegedienstleisterin Ute Zimmermann sagt dem unbekannten Spender Dankeschön!

Nähe trotz Abstand: Wie Angehörige und Nachbarn mit der Demenz-WG Rotthausen in Kontakt bleiben

Herausfordernde Zeiten erfordern oft einschneidende Maßnahmen. So ist es auch bei der APD-Demenz-WG „Leben in Rotthausen“.

Zum Schutz der Mieterinnen und Mieter sowie der Mitarbeitenden vor einer Ansteckung mit dem neuartigen Corona-Virus verhängte das Land NRW auch über ambulant begleitete WGs ein striktes Besuchsverbot. „Diese Maßnahme schmerzt uns alle sehr, doch sie muss sein“, sagt Christine Tschidatz, die die soziale Betreuung in der WG verantwortet. Tief berührt zeigt sich die „Hausmutter“ von der Kreativität, mit der Angehörige und Freunde der WG trotz Kontaktverbot ihre liebevollen Verbindungen ins Haus lebendig erhalten.

So veranstaltete zum Beispiel Gabi Muhren gemeinsam mit Pastor Chris Ache-Jahning von der evangelisch-freikirchlichen Gemeinde Essen-Schonnebeck auf dem Parkplatz an der Schemannstraße einen Open-Air-Gottesdienst unter dem Motto „Ihr seid nicht allein“. Die Mieterinnen und Mieter verfolgten das Geschehen vom Balkon aus.

„Ihr könnt Euch gar nicht vorstellen, wie erleichtert ich mich fühle, dass meine Mutter bei Euch so gut betreut ist“, dankte Muhren im hellen Sonnenschein. Sie hatte sogar Geschenke für alle dabei: einen Schutzengel, Schokoloade, Beeren-Genever für die Mieterinnen und Mieter, Sekt und Rotwein für die Pflege- und Betreuungskräfte. Gemeinsam wurde nicht nur gebetet, sondern auch gesungen. Kein Wunder, dass beim Lied „Auf Wiedersehen“ so manches Tränchen floss.

Gabi Muhren und Chris Ache-Jahning gehören seit Jahren zur „WG-Familie“. Der Pastor hält einmal monatlich im Hause einen Gottesdienst ab, Gabi Muhren besucht nicht nur ihre Mutter Magdalena, sondern singt und turnt regelmäßig mit Mieterinnen und Mietern, die dazu Lust verspüren. Immer wieder wird sie vor der ehemaligen Hilgenboom-Schule ihr Mikrophon aufstellen: zum Ostergottesdienst genauso wie zum Mitsing-Treffen „Melodien für mich“.

Eine ganz besondere Begegnung hatte Christine Tschidatz Anfang April. Plötzlich schellte es an der WG-Tür, und draußen stand ein Herr mit einem Päckchen in der Hand. Dieses drückte er der verdutzten Mitarbeiterin mit den Worten „Das habe ich übrig und möcht es Ihnen geben“ in die Hand und verschwand . Als die Leiterin der sozialen Betreuung das Päckchen öffnete, kam sie aus dem Staunen nicht heraus. Es handelte sich um eine original verpackte Box mit medizinischem Mundschutz, der nicht nur in Deutschland momentan zu einem raren Gut geworden ist.

Unbekannter Spender

„Ich bedaure sehr, dass ich mich bei dem Spender nicht bedanken konnte. “, sagt Christine Tschidatz: „Wir alle haben uns sehr über seine Geste gefreut. Sie ist ein Zeichen der Solidarität und des Miteinanders, das wir in dieser Zeit besonders brauchen. Im Namen der APD-Familie möchte ich dem unbekannten Herrn Danke sagen. Vielleicht liest er die Rotthauser Post. Dann weiß er, wer gemeint ist.“