Heimischer Löwenzahn schmeckt besser

Landschaftsbauer Kampmann bei den Saatarbeiten. Foto: Gerecht

Insektenfreundliche Randstreifen und regionales Saatgut erhöhen Artenvielfalt

(GG) Viele Rotthauser wunderten sich in letzter Zeit über die Fräsarbeiten in der Grünananlage Auf der Reihe. Das steckt dahinter.

Eine Nachfrage bei Gelsendienste und dem Umweltreferat GE klärte den Hintergrund der Arbeiten schnell auf: Die Fräs-Arbeiten sollen die Wege für Insekten attraktiver machen.

Zum Zeitpunkt der Juni-Mahd (siehe Info) sollte auf den gefrästen Flächen neues Saatgut ausgebracht werden und zwar „Regio-Saatgut“. Interessanterweise gehört Gelsenkirchen zur Region „Westdeutsches Tiefland“ und nur Saatgut, welches typisch für die Gegend ist, durfte ausgebracht werden. Laut Bundesnaturschutzgesetz ist bei Ansaaten die Verwendung von gebietsheimischen Arten und Herkünften vorgeschrieben. So lautet die Theorie dahinter.

Zwei Gebiete in Gelsenkirchen wurden im Rahmen eines Förderprogramms ausgesucht: eins in Schaffrath und die Grünanlage Auf der Reihe in Rotthausen. Gelsendienste beauftragte die Fachfirma Kampmann mit Erdarbeiten und Ansaat.

So sehen die gefrästen Streifen Auf der Reihe nun aus. Foto: Gerecht

Am 17. und 18. Juni wurden die Arbeiten ausgeführt. Es folgten Tage mit extremer Trockenheit, gefolgt von Tagen mit Extrem-Niederschlägen. Daher ist ungewiss, ob Gräser und Blumen wie gewünscht wachsen werden. Geht alles gut, werden sich bald Schmetterlinge, Bienen und andere Insekten hier wohlfühlen.

„Heimischer Löwenzahn schmeckt den Insekten eben besser als bayrischer!“, erklärt der Fachmann vom Umweltreferat schmunzelnd.


Info
„Mahd“ nennt man das gemähte Gut, was liegenbleibt. Werden die Wiesen maschinell gemäht, bleibt kein Rückzugsgebiet für Insekten. Angelegte Randstreifen bleiben stehen und bieten Nahrung.