Haare, Hygiene und Humor

Das T-Shirt beweist: Trotz der Corona-bedingten Schwierigkeiten haben Friseurmeisterin Kerstin Corbeck-Jesse und ihr Team den Humor nicht verloren. Foto: Julian Preuß

Friseursalon Kerstins Team darf wieder arbeiten – Neue Bedingungen werden zu einer Herausforderung

(JP) Voller Terminplan, strenge Hygieneregeln und zahlreiche Überstunden: Die Rotthauser Friseurmeisterin Kerstin Corbeck-Jesse (57) berichtet über ihre Erfahrungen während der ersten Arbeitstage nach der rund siebenwöchigen Corona-Zwangspause.

Nur jeder zweite Sessel in dem rund 100 Quadratmeter großen Salon an der Mechtenbergstraße 90 ist besetzt. Zwischen den Stühlen stehen Scheiben aus Plexiglas. Sowohl für Kunden, als auch für die neun Mitarbeiterinnen von Kerstins Team besteht Maskenpflicht. In den ersten Tagen nach der Corona-Zwangspause ist fast alles anders. Aber immerhin: Haare dürfen wieder geschnitten werden. Friseurin Kerstin Corbeck-Jesse blickt nach einem holprigen Start mit Freude auf die kommenden Wochen.
„Mein Team und ich sind froh, dass wir wieder arbeiten dürfen“, sagt die 57-Jährige. Voraussetzung dafür ist die Einhaltung von 17 Hygieneregeln, herausgegeben von der Handwerkskammer.

Die gute Stimmung der Kunden beeinflussten diese Regeln unmittelbar nach der Öffnung nicht. „Die ersten Kunden waren natürlich sehr glücklich. Da haben wir gesehen, wie wichtig Friseure eigentlich sind“, erklärt Corbeck-Jesse und ergänzt: „Auch die Herren haben es positiv aufgenommen, dass ihnen nun auch die Haare gewaschen werden müssen.“

Das neunköpfige Team bearbeitete zunächst etwa 20 Kunden pro Tag – rund die Hälfte des Normalbetriebes. „Wir müssen unser Werkzeug und die Sessel nach jedem Kunden desinfizieren sowie Handschuhe und Mundschutz wechseln. Das kostet viel Zeit. Daher sind wir auch wesentlich länger im Laden“, verrät die Friseurmeisterin. Rund zwei bis drei Stunden mehr als üblich verbrachte die Inhaberin dort. Trotz der Überstunden blieb ein Teil der organisatorischen Arbeit liegen.

Mitarbeiterinnen auch nach Feierabend tätig

„In den ersten Tagen hatten wir mehr als 100 Nachrichten auf dem Anrufbeantworter. Obwohl wir schon mehrere Stunden Telefondienst machen, konnten wir noch nicht bei allen Kunden zurückrufen. Wir bitten daher um etwas Geduld“, führt Corbeck-Jesse aus, die sich in dieser schwierigen Zeit auf ihre Mitarbeiterinnen verlassen kann. „Einige haben freiwillig auf Urlaub verzichtet oder arbeiten auch nach Feierabend“, sagt Corbeck-Jesse dankend.

Kerstins Team strebt weiter danach, die neuen Arbeitsabläufe zu verbessern, damit ungewohnte Beschränkungen langsam zur Routine werden.