Gestern Spieler, Heute schiedsrichter

Jonathan Fatum leitet nach einer kurzen aktiven Karriere nun selber Fußballspiele

Schalke-Fan und Schiedsrichter: Jonathan Fatum trägt bei seinen Einsätzen am liebsten die Farbe seines Lieblingsvereins

(JP) Schiedsrichter sind bei Fußballspielen nicht immer die beliebtesten Personen auf dem Rasen. Jonathan Fatum (19) hat sich trotzdem dazu entschieden, als Unparteiischer aktiv zu sein und Spiele zu leiten. Wichtig sind dabei die Kondition und vor allem die Entscheidungsfreudigkeit.

Seit fast genau einem Jahr ist der Auszubildende nun regelmäßig bei Jugend- und Damenspielen der Chef auf dem Platz. Im September 2018 absolvierte er den dreiwöchigen Schiedsrichter-Lehrgang, zu dem auch eine Lauf- und eine Abschlussprüfung gehören.

Die Begeisterung für Ballsportarten zeichnete sich bei ihm schon früh ab. „Ich habe als kleiner Junge beim DJK TuS Rotthausen angefangen, Fußball zu spielen. Danach bin ich zum Handball gewechselt“, berichtet Jonathan Fatum. Beiden Sportarten kehrte er jedoch wegen fehlender Zeit den Rücken zu.

Die Bindung zum DJK TuS verlor der 19-Jährige dennoch nicht, da sein jüngerer Bruder noch immer für den Verein spielt. „Obwohl ich nicht mehr selber aktiv gegen den Ball getreten habe, war ich deshalb häufig auf der Sportanlage ,Auf der Reihe‘. So kam auch der Kontakt zum Schiedsrichterkoordinator zustande. Dieser hat mich dann überzeugt“, erzählt Fatum.

Keine Unterstützung von Linienrichtern

Etwa in jeder zweiten Woche steht er nun wieder auf den Fußballplätzen in Gelsenkirchen. „Bislang pfeife ich im Jugendbereich bis zur Kreisliga A. Bei den Frauen bis zur Kreisliga B.“ Unterstützung von Linienrichtern bekommt er allerdings nicht. Diese kommen erst in höheren Spielklassen zum Einsatz. „Umso schwieriger sind manche Entscheidungen, beispielsweise, ob ein Spieler im Abseits steht“, erklärt er.

Um trotzdem das Geschehen auf dem Rasen voll im Blick zu haben, ist eine gute Ausdauer wichtig. „Als Schiri laufe ich mehr als mancher Feldspieler. Dafür absolviere ich weniger anstrengende Sprints“, meint Fatum. Trotzdem bleibt die ein oder andere Fehlentscheidung nicht aus. Probleme mit aggressiven Spielern, Trainern oder Zuschauern hat er aber noch nicht erlebt: „Es gab zwar schon Rufe, aber die ignoriere ich.“

Als Schalke-Fan verfolgt Fatum nicht nur die Bundesligaspiele, sondern auch das Handeln der Profi-Schiedsrichter. „Ich kann einige Entscheidungen besser nachvollziehen als andere Fans. Mit meinen Ansichten habe ich bei meinen Freunden nicht immer die populärste Meinung“, schmunzelt er. Dennoch empfiehlt es Fatum weiter, sich als Unpartteiischer zu engagieren. „Man lernt viel für sich persönlich – beispielsweise Entscheidungen in kurzer Zeit zu treffen.“