Gedenktafel für Schuhmacher wieder an Ort und Stelle

Der Stolperstein für Michael Hojnacki, hier nach der Verlegung 2013, liegt wieder vor der Hausnummer 26. Foto: Andreas Jordan

Stolperstein vor dem Haus war versehentlich entsorgt worden

Von Frank Winter
In der Steinfurthstraße beheimatet war einst auch der Schuhmacher Michael Hojnacki, im Haus mit der Nummer 26. Dessen tragische Geschichte hat eine seiner Urenkelinnen aufwändig rekonstruiert.

Hojnacki, hochdekorierter Feldwebel im 1. Weltkrieg, fühlte sich auch nach fast 40 Jahren im Westen seiner polnischen Heimat sehr verbunden. Nach dem Einmarsch der Deutschen in Polen 1939 griff der siebenfache Familienvater zur Geige, fiedelte und sang die polnische Hymne „Noch ist Polen nicht verloren“. Hojnacki wurde von einem Nachbarn denunziert und von der Gestapo in Gelsenkirchen inhaftiert. Von dort aus gelangte er über mehrere Konzentrationslager ins KZ Dachau, wo er am 15. Juli 1940 starb.

Seit 2013 erinnert vor seinem ehemaligen Wohnhaus ein Stolperstein an den Schuhmacher. Bei der Erneuerung des Bürgersteigs wurde die Gedenktafel irrtümlich entsorgt. Die Stadtverwaltung entschuldigte sich und versprach, auf ihre Kosten einen neuen Stein zu verlegen. Am 22. Oktober letzten Jahres war es soweit. Mitarbeiter des städtischen Bauhofs brachten den Ersatzstein an Ort und Stelle unter. Mit von der Partie war auch Andreas Jordan, Initiator der Gelsenkirchener Stolpersteininitiative.