Gastronomen kämpfen ums Überleben

Ob Manuela Roth ihre Kneipe im Haus Beckmann bei anhaltender Krise wieder öffenen kann, ist unsicher. Foto: Julian Preuß

Wegen der Corona-Pandemie sind alle Gaststätten geschlossen – In der Not werden die Wirte erfinderisch

(JP) Um die Ausbreitung des Corona-Virus zu verlangsamen, ist seit dem 23. März ist der Betrieb von Gaststätten, Restaurants und Imbissen untersagt. Dadurch geraten auch die Gastronomen in Rotthausen in Existenzangst. Spätestens im Mai wird es für viele eng. Doch es gibt viel Solidarität der Kunden.

Seit elf Jahren führt Manuela Roth die Gaststätte „Bei Moni im Haus Beckmann“ als Inhaberin. Normalerweise herrscht schon unter der Woche ein reges Treiben an der Theke der Kneipe. Doch seit die Landesregierung die Maßnahmen zur Eindämmung des Corona-Virus verschärft hat, bleibt der Zapfhahn trocken. Die Kneipe ist bis auf Weiteres geschlossen, die Kunden fehlen, die Einnahmen bleiben aus. Doch die Kosten, wie beispielsweise die Miete laufen weiter. „Wenn die Krise weiter anhält, weiß ich nicht, ob ich im Mai wieder öffnen kann. Es ist nicht einfach“, beschreibt Roth ihre Situation.

DJK TuS Rotthausen verbreitet Spendenaktion

Auch die beantragte staatliche Soforthilfe in Höhe von 9.000 Euro hilft nicht viel. „Die Zuschüsse reichen nicht aus, um die laufenden Kosten zu decken“, sagt sie. Ihre Not blieb auch den Stammgästen nicht verborgen. Deshalb verbreitete die DJK TuS Rotthausen eine Spendenaktion, um die Vereinswirtin zu unterstützen. Unter www.leetchi.com/c/monis-supporterclub kann jeder so viel spenden, wie er möchte.

Auch die Inhaber vom „Haus Dahlbusch“ hoffen auf eine schnelle Besserung der Situation. „Wenn wir bis in den Mai hinein schließen müssen, steht uns das Wasser bis zum Hals“, meint Suad Mujedinovic, der das Restaurant mit seiner Frau Snjezana betreibt. Die Angestellten befinden sich derzeit in Kurzarbeit. „Die staatlichen Zuschüsse sind nur ein Tropfen auf den heißen Stein“, beschreibt er ebenfalls. Immerhin hat das Ehepaar Mujedinovic Glück mit dem Vermieter. „Die Gesellschaft für Wohnungsbau (GFW) ist ein guter Vermieter. Wir können mit den Zahlungen pausieren, müssen sie aber später begleichen“, erklärt Suad Mujedinovic.

Die Gastgeber nutzen die Zwangspause, um das „Haus Dahlbusch“ wieder aufzuhübschen. „Wir streichen und renovieren die Toiletten“, führt Mujedinovic aus. Während dieser Zeit steht die Küche weitestgehend still. Die Osterfeiertage bildeten eine Ausnahme. Ausgewählte Menüs einer Osterkarte konnten vor Ort abgeholt werden. Bestellungen ab vier Personen lieferte der Inhaber persönlich an die Tür.

Franz Martinik, Inhaber des Restaurants „Bei Onkel Hans“, nutzt die Corona-Pause ebenfalls, um zu renovieren. Gleichzeitig bereitet er den Biergarten für die kommende Sommerzeit vor. „Ein Lieferservie oder Türverkauf lohnt sich für uns nicht“, erläutert Martinik.

Anders macht es Athanassios Grammatikas mit seinem Schnellrestaurant an der Schonnebecker Straße 36. Bei vielen seiner Kunden ist er einfach als „Saki“ bekannt. Im Fensterverkauf versorgt er seine Gäste mit Pizza, Currywurst und Gyros. Trotzdem fehlen auch ihm viele Einnahmen. Und die Stromkosten für die Küchengeräte laufen unermüdlich weiter. Es bleibt die Hoffnung auf die Rückkehr zur Normalität.