Engagiert seine Chance genutzt

Auf gute Zusammenarbeit: Jennifer Krauß, Leiterin der Offenen Ganztagsschule (OGS) Fersenbruch der AWO, und ihre neue Ergänzungskraft Marvin Päch.

Wie aus einer Arbeitsgelegenheit ein fester Job im Traumberuf wurde: Über das QuartiersBüro gelang dem Familienvater Marvin Päch bei der OGS Fersenbruch der AWO der Einstieg ins Berufsfeld Erziehung

Marvin Päch hätte sich nicht träumen lassen, dass er so schnell im Berufsfeld Erziehung Fuß fassen würde. Nach zweieinhalb Jahren Arbeitslosigkeit vermittelte das QuartiersBüro Rotthausen den Familienvater in eine Arbeitsgelegenheit in der Offenen Ganztagsschule (OGS) Fersenbruch der AWO Gelsenkirchen/Bottrop. Pächs hohe Motivation fiel dort sofort auf. Und so unterschrieb der 33-Jährige Ende Juni seinen 30-Stunden-Arbeitsvertrag als Ergänzungskraft.

Doch der Reihe nach: „Ich war zweieinhalb Jahre zu Hause, um mich um meine beiden Töchter zu kümmern“, erklärt Marvin Päch. Der alleinerziehende Vater aus Rotthausen arbeitete vorher als ungelernter Einzelhandelskaufmann. Ein Jahr bevor seine jüngere Tochter in den Kindergarten kam, meldete er sich beim Jobcenter. „Dort sagte man mir, dass ich mit der aktiven Arbeitssuche noch warten könne, bis meine Kleine in den Kindergarten geht.“

Zwischenzeitlich machte sich der 33-Jährige Gedanken, wie es beruflich für ihn weiter gehen könnte. Es sollte ein Job sein, der mit der Familie vereinbar ist. Schließlich lebt Marvin Päch aktuell in einer Patchwork-Gemeinschaft mit seiner Partnerin und vier Kindern.

Das Thema Erziehung interessierte ihn, er träumte von einer Ausbildung zum Erzieher. Im März 2020 nahm Marvin Päch erneut Kontakt zum QuartiersBüro des Jobcenters Gelsenkirchen auf: „In der Beratung mit meinem Ansprechpartner Sergius Bernhardt habe ich mich sofort gut aufgehoben gefühlt.“, erinnert er sich. „Ich habe Herrn Päch bei einem Beratungsgespräch kennengelernt, wir konnten auf Anhieb gut zusammenarbeiten.“ , so Bernhardt. Er schlug Marvin Päch vor, Fachstunden für eine Ausbildung zum Erzieher im Rahmen einer Arbeitsgelegenheit (AGH) zu sammeln und stellte den Kontakt zur OGS Fersenbruch her.

Durch die Corona-Pandemie bedingte zweimonatige Verspätung konnte Marvin Päch Ende Mai dort starten. „Die Kolleginnen vor Ort waren begeistert und haben schnell gemerkt, wieviel Potenzial Marvin hat“, sagt Jasmin Möller, die alle OGS-Angebote der AWO Gelsenkirchen/Bottrop verantwortet. „Ich mache mich gerne besonders stark für unsere AGH-Mitarbeitenden, wenn ich sehe, dass sie so engagiert sind“, fügt Jennifer Krauß, Leitung der OGS Fersenbruch, hinzu. Sie schlug vor, Marvin Päch als Ergänzungskraft einzustellen. Jasmin Möller: „Von unserer Seite geht ein großes Lob an das Jobcenter. Alle dort haben gut und unkompliziert mit uns an einem Strang gezogen.“

Die AWO hatte Marvin Päch zunächst einen Vertrag über 19 Wochenstunden angeboten. Eine auf fünf Jahre angelegte Förderung macht es möglich, dass er nun 30 Wochenstunden im Vertrag stehen hat. „Da griffen wirklich alle Rädchen ineinander“, freut sich Sergius Bernhardt über die erfolgreiche Vermittlung. Auch Marvin Päch ist sehr glücklich: „Mir war wichtig, eine Perspektive zu bekommen. Und der jetzige Plan ist sogar noch besser für mich.“ Die AWO bietet dem 33-Jährigen zahlreiche Möglichkeiten zur Fortbildung, zum Beispiel zur OGS-Fachkraft. Seine ersten Projekte mit den Kindern hat Marvin Päch bereits umgesetzt. Kürzlich hat er mit ihnen erarbeitet, wie ein Vulkan funktioniert. „Die Arbeit hier ist so abwechslungsreich. Ich kann eigene Ideen einbringen.“ Seine vorherigen Jobs seien im Vergleich eher eintönig gewesen. Marvin Päch ist in einer Gruppe fest eingesetzt und kümmert sich um alle OGS-Belange – von der Hausaufgabenbetreuung bis zum Mittagessen. Dabei steht ihm stets eine Fachkraft zur Seite.

Alle Beteiligten sind zufrieden mit der Konstellation: „Einen Mann haben wir im Grundschulbereich selten“, sagt Jasmin Möller. „Den Kindern tun männliche Vorbilder im pädagogischen Alltag gut.“
Marvin Päch kann diese Einschätzung bestätigen: „Einige Jungs sehen mich als Kumpel und ein bisschen als Vaterersatz.“ Dies sei ganz normal, sagt Jennifer Krauß. „Je nachdem wie das Elternhaus ist, fallen uns in der OGS unterschiedliche Rollen zu.“ Sie ist froh, nun einen Mann in ihrem Team zu haben: „Das ist für uns eine echte Win-win-Situation.“ Die schnelle Vermittlung zeige vor allem eins: „Wer so engagiert ist, bekommt Chancen.“