Ein typisches Mietwohnhaus für Rotthausen

Serie: Häuser erzählen Geschichte(n): Eckhaus steht unter Denkmalschutz

Seit diesem Jahr besteht Denkmalschutz für das Eckhaus Terkampstraße 7/Schulz-Briesen-Straße 9.

(win) Als Sackgasse gehört die Schulz-Briesen-Straße zu den wenig frequentierten Verkehrswegen Rotthausens. Gut möglich also, dass viele Menschen des Stadtteils das Gebäude noch nie gesehen haben, das seit diesem Jahr unter Denkmalschutz steht.

Postalisch hat das Eckhaus zwei Anschriften: Schulz-Briesen-Straße 9 und Terkampstraße 7. Es wurde im Jahr 1914 erbaut und kann als ein für Rotthausen sehr typisches Mietshaus angesehen werden. Wie viele andere ist es im Zuge der Baulanderschließung durch Unternehmer entstanden.

Anfang des 20. Jahrhunderts entstand auf dem ehemaligen Gelände der Ziegelei Ostermann ein neuer Siedlungsbereich in der Umgebung von Schacht II/V der Zeche Dahlbusch. Einer der privaten Bauherren war Wilhelm Reudenbach, Werksleiter in der Eisenwarenfabrik von Josef Rosenbaum, dem Erbauer des „Rosenhofs“ (siehe RoPo vom Juli 2019).Reudenbach erwarb ein großes Eckgrundstück an der damaligen Cäcilienstraße. Zunächst baute er ein Mietshaus, in dem er selbst wohnte. Dann reichte er einen Bauantrag für ein Eckhaus in der Cäcilienstraße 14/14a ein. Der Umzug der Rosenbaum‘schen Fabrik nach Ückendorf 1914 führte dazu, dass Reudenbach sein Grundstück an den Maurerpolier Heinrich Horn veräußerte. Dieser setzte das Bauvorhaben mit leichten Veränderungen in die Tat um. Errichtet wurde es vom Bauunternehmer Anton Runte.

Wohnungsnot führt zu Umbau im Dachgeschoss

Horn selbst wohnte nach derzeitigem Kenntnisstand in einer Wohnung in der heutigen Schulz-Briesen-Straße 9. In diesem Gebäude gibt es sechs Wohnungen, in der Terkampstraße drei. Nachweislich ist das Gebäude bis nach dem 2. Weltkrieg im Besitz der Familie Horn. Als Reaktion auf die große Wohnungsnot in dieser Zeit erweiterte sie 1948/50 in der Terkampstraße das Dachgeschoss zu einer Wohnung für eine vierköpfige Familie. Dabei wurde ein bereits vermietetes Mansardenzimmer durch Küche und WC erweitert.

Ursprüglich diente das Dachgeschoss allen Mietern als Trockenboden, Ebenso wie im Keller gab es hier keine Trennung zwischen den beiden Gebäuden Noch heute befinden sich im Keller die Waschküche mit Becken und Trockenschleuder sowie die Lagerräume aus dem frühen 20. Jahrhundert.