„Der Abschied fällt mir schwer“

Pastor Georg Späh (Mitte) feierte bei seiner Verabschiedung am 27. Oktober zusammen mit Pfarrer Propst Markus Pottbäcker und Pastor Mirco Quint die Eucharistie. Pastor Micro Quint wird die Gemeinde nun kommissarisch leiten.

Nach 18 Jahren als Pastor der katholischen Gemeinde St. Mariä Himmelfahrt wechselt Georg Späh seinen Aufgabenbereich

(JP) Nach rund 18 Jahren hat Georg Späh seine Leitungsverantwortung für die katholische Gemeinde St. Mariä Himmelfahrt in Rotthausen niedergelegt. Mit der Rotthauser Post hat er über seine Zeit im Stadtteil geprochen und beschreibt zugleich zahlreiche strukturelle Veränderungen in der Gemeinde.

Rotthauser Post: Herr Späh, seit dem 30. September sind Sie nicht mehr Pastor in St. Mariä Himmelfahrt. Wie blicken Sie auf die 18 Jahre im Stadtteil zurück?
Ich bedauere es sehr, dass ich aus gesundheitlichen Gründen diesen Schnitt habe machen müssen. Ich hätte gerne noch fünf, sechs Jahre hier gearbeitet. Denn ich habe mich mit vielen Menschen dieser Gemeinde weit über den dienstlichen Bereich angefreundet und sie liegen mir sehr am Herzen.

Werden Sie dem Stadtteil weiter treu bleiben?
Anfang des Jahres beziehe ich eine Wohnung in der Innenstadt. Ich bleibe somit in Gelsenkirchen wohnen und werde auf Pfarrei-Ebene noch seelsorgerlich tätig und somit auch für Rotthausen ansprechbar sein.

Was ist Ihnen während Ihrer Tätigkeit am meisten in Erinnerung geblieben?
Mit fällt immer wieder auf, wie viel sich personell, strukturell und mentalitätsmäßig verändert hat – nicht nur zum Positiven. Die Kommunikation ist schwieriger. Bei den Vorbereitungen der Erstkommunion haben wir mit vielen Menschen zu tun, die nur rudimentär der deutschen Sprache mächtig sind. Das Lesen von Briefen oder Mails fällt schwer. Es kommt viel Post zurück, weil die Adressen nicht auffindbar oder die Briefkästen nicht zugänglich sind.

Was zeichnet Ihre ehemalige Gemeinde aus?
Ein großer Realismus für die kirchliche Situation! Hier macht man sich weniger vor als in anderen Gemeinden. Der Gelsenkirchener Süden ist eine weitgehend entchristlichte Region. 2001 gab es in Rotthausen rund 7.400 Katholiken. Heute sind es nur noch etwa 4.500. Wir haben nicht umsonst die Kirche an der Richard-Wagner-Straße geschlossen. Da sich nun mehr Menschen anderer Glaubensrichtungen in Gelsenkirchen befinden, die Stadt aber gleichzeitig an Bevölkerung verliert, schlägt sich das auch auf die Gemeinden nieder.

Welche Herausforderungen kommen auf die Rotthauser Gemeinde zu?
Wir werden zum neuen Jahr als Gemeinde innerhalb der Pfarrei mit St. Augustinus fusionieren. Das heißt, ein Stück Selbstständigkeit aufzugeben. Auf Dauer bekommen wir den Laden nicht mehr alleine gestemmt. Aber wir haben so manches, was bei uns gut funktioniert und was wir mit Selbstbewusstsein einbringen können. Die Situation ist meiner Meinung nach in vielen anderen Gemeinden im Ruhrgebiet und Umgebung ähnlich. Viele werden diesen Schritt der Fusion aber nicht wagen. Deshalb habe ich es sehr beeindruckend gefunden, dass die Idee bei den ehrenamtlich Engagierten auf fruchtbaren Boden gestoßen ist.