Demenz-WG begeistert Experten

Björn Schulte, Prokurist und Pflegedienstleiter der APD (3. v. l.), begleitete die Gäste um Reisekoordinator Jacob Riemer vom Verein „Perspektive Russland“ durch die Rotthauser Demenz-WG.

Gute Beispiele für ein Altern in Würde: Verein „Perspektive Russland“ macht mit Gästen aus Russland, der Ukraine und Georgien Halt an der Schemannstraße – Auswärtiges Amt unterstützt Expertenreise

Auf der Suche nach guten Beispielen für ein Altern in Würde machte der Verein „Perspektive Russland“ mit 43 Altenpflege-Experten aus Russland, Georgien und der Ukraine Anfang November Station bei der APD Ambulante Pflegedienste Gelsenkirchen GmbH. Auch ein Besuch in Rotthausen stand auf dem Programm.

Das Interesse der Gäste aus den ehemaligen Sowjetrepubliken galt der Führungs-kultur des mit rund 500 Mitarbeitenden größten privaten ambulanten Pflegedienstes der Emscherstadt und seinen ambulant begleiteten Wohngemeinschaften für demenziell veränderte Menschen. Unterstützt wurde die Expertenreise durch das Auswärtige Amt. In Gelsenkirchen empfingen die APD-Prokuristen Janina Bialon und Björn Schulte die Studienreisenden. Nach einer Präsentation des Familienunternehmens und einer Führung durch die APD-Zentrale und die Tagespflege am Margarethe-Zingler-Platz verteilte sich die Gruppe auf zwei Busse – einer rollte zum Genera-tionenwohnprojekt „Leben auf Graf Bismarck“, wo die APD in einem modernen Neubau drei Demenz-WGs für 24 Mieterinnen und Mieter sowie zahlreiche Servicewohnungen begleitet.

Der andere nahm Kurs auf Rotthausen, wo sich das APD-Wohngemeinschaftshaus „Leben in Rotthausen“ mit ebenfalls drei WGs für 24 Demenzkranke in einer umgebauten alten Schule zu einem lebendigen Stadtteilzentrum entwickelt hat.
Die Möglichkeit, in einer WG gut begleitet gemeinsam alt zu werden, gibt es in den ehemaligen Sowjetrepubliken nicht. Dort ist die Altenpflege überwiegend in staatlicher Hand, mit Ausnahme weniger privater Unternehmen. Entsprechend beeindruckt zeigten sich die Gäste von der Wohnqualität, dem Raumangebot und dem inhaltlichen Konzept einer familienähnlichen, selbstbestimmten Begleitung im Alter, die die APD-WGs bundesweit bekannt gemacht haben. „Hier ist es richtig schön und gemütlich – wie zuhause“, lautete die einhellige Meinung. „In unseren staatlichen und privaten Altenheimen leben im besten Fall sechs Personen in einem einzigen Raum, manchmal können es auch zwölf sein“, berichtete Jewgenij Tkatschow, Leiter eines Hospizes in der Region Donezk (Ukraine)

In der abschließenden Feedback-Runde lobten die Studienreisenden die Abstimmung der Prozesse in der Pflege, die Planung des ambulanten Dienstes, das Kümmern um die Pflegebedürftigen und die Wertschätzung jedes einzelnen Mitarbeiters. Ihr Fazit: „In Russland wird es noch lange dauern, bis unsere Altenpflege einen so hohen Standard erreicht.“