Blumenfreund verschönert Nachbarschaft

Sammak Haj Kassem vor einem seiner selbst gestalteten Blumenkästen. Foto: Julian Preuß

Hobbygärtner Sammak Haj Kassem wehrt sich mit selbstgepflanzten Blumen gegen Vermüllung in der Feldmark

(JP) Seit Juni zieren bunte Blumen ein Teilstück der Küppersbuschstraße. Sammak Haj Kassem (54) baute die Hochbeete, setzte die Pflanzen ein und pflegt sie seitdem. Damit setzte er ein Zeichen gegen die Verschmutzungen vor den Häusern – zur Freude der anderen Mieter.

Beete aus Holz verschönern rund zehn Meter der Küppersbuschstraße. In ihnen befinden sich rote, gelbe und orangene Blumen, die in den letzten Sommertagen erstrahlen. Etwa einen Monat dauerte es, bis Sammak Haj Kassem den Bürgersteig und die Fensterkästen nach seinen Vorstellungen verschönert hatte. Der 54-jährige Syrer nutzte die freie Zeit während der Corona-Pandemie aus, um seiner Nachbarschaft einen Gefallen zu tun.

Oft ärgerte sich der Vater von fünf Kindern über Müll und Unrat in den Büschen, die die Parkplätze von dem Bürgersteig vor seiner Wohnung trennen. Er entschloss sich, etwas zu unternehmen und seiner Leidenschaft wieder nachzugehen. Denn schon in Syrien arbeitete er in einem Blumengeschäft. Seinen grünen Daumen beweist er nun auch in der Feldmark. Die Idee dazu schwirrte schon seit einiger Zeit in seinem Kopf herum. Aus Angst vor einer Strafe setzte er sie zunächst nicht um: „Einige Leute haben mir gesagt, dass das nicht erlaubt sei.“ Ein Irrtum, wie sich herausstellte.
Der Vermieter erlaubte es dem Blumenfreund, das Vorhaben mithilfe seiner Frau und seinen Kindern in die Tat umzusetzen. Ein- bis zweimal pro Woche goss Haj Kassem die Pflanzen zuerst mit einem Eimer. Drei Rücken-Operationen machten dies jedoch zu einer Herausforderung. „Dann hat mir eine Nachbarin eine Gießkanne geschenkt. Damit geht das natürlich viel leichter“, verrät er.

Die bunte Verschönerung des Gehweges stößt auch bei den anderen Anwohnern auf Anerkennung. Zur Freude von Haj Kassam: „Eine weitere Nachbarin hatte sich beispielsweise mit einigen Blumen beteiligt, die ich später ebenfalls eingepfanzt habe.“